Industrial

Medizinische Instrumente von der Stange

»Wir fräsen im Revolver gleichzeitig bis zu neun Bauteile.«

Das edelste »Schweizer Taschenmesser« der Welt wiegt mehr als vier  Tonnen und kann spielfrei in µm-Präzision drehen, fräsen, schleifen, bohren, räumen, sägen, wälzschälen und sogar guillochieren: Gründe genug für den Chirurgiemechaniker Peter Tschida aus dem Landkreis Tuttlingen, das Starrag-Drehfräszentrum Bumotec s191 zu ordern – das »Schweizer Taschenmesser« für Zerspaner. 

Der Herstellungsaufwand in Fridingen ist hoch, denn dort entstehen aus hochlegierten Edelstahlstangen (X20Cr13, Durchmesser 25 mm) Pinzetten, Scheren und Nadelhalter, die TMS zu komplexen Mikrofeder-, Mikrobayonett- und Rohrschaftinstrumenten vereint. Die Bauteile fertigt Tschidas Team prozesssicher in Serie rund um die Uhr – sogar vollautomatisiert nachts in mannlosen Geisterschichten. Das präzise Temperaturmanagement sorgt für sichere und reale Wiederholgenauigkeit von maximal zwei Mikrometern in allen fünf Achsen; dank stabilem und vibrationsarmem Maschinenbett gelingt endkonturnahes Schlichten der Oberflächen. Doch Tschidas Lob gilt besonders einer Eigenschaft: »Das Frechste an dieser Maschine ist, dass das Know-how im Haus bleibt. Wir tüfteln unbemerkt, bis die Entwicklung einer Innovation abgeschlossen ist.«