Schon seit 1732 betreibt die Familie Ammann das Schmiede- und Schlossereihandwerk. 1860 gründete dann Conrad Ammann im Schweizer Ort Tägerwilen die erste Firma, eine Schlosserei, die mit vier bis sechs Mitarbeitern Holzbohrer sowie land- und forstwirtschaftliche Geräte in Serie herstellte. Der Grundstein für das Unternehmen, das seit acht Generationen noch immer in Tägerwilen ansässig ist. In dieser langen Tradition sind die letzten 40 Jahre besonders spannend.
Zu Beginn dieser Periode ging die damals auf Schmiedeteile spezialisierte Firma eine enge Partnerschaft mit einem Ingenieurbüro für Weichen und Gleistechnik ein. Ein Geschäft, das sich prächtig entwickelte. Innovative Ideen nahmen durch das AMMANN-Produktionsteam Gestalt an. Zum Schmieden von Befestigungselementen kam vermehrt die Zerspanung von gegossenen Rohteilen hinzu.
AMMANN investierte. Neben einem ersten, Anfang der 1990er-Jahre gekauften vierachsigen Heckert-Bearbeitungszentrum waren es vor allem die zwei 1999 angeschafften Heckert-CWK630-Maschinen, die den wachsenden Bedarf an Fräskapazität deckten. Markus Halder, 1999 als angehender Ingenieur zum AMMANN-Produktionsteam gestossen, erinnert sich: »Mit diesen äusserst stabilen Bearbeitungszentren konnten wir mit hohem Vorschub durch die Gussrohlinge fahren und bis zu 4-mm-Späne abnehmen. Das sorgte für kurze Bearbeitungszeiten und letztendlich für einen wirtschaftlichen Betrieb.«
Um die Zerspanungskapazitäten weiter zu vergrössern, investierten die Verantwortlichen in eine zusätzliche Starrag- Maschine: 2006 zog die erste Heckert HEC 500 in die Fertigung ein.
AMMANN Components konnte sich mit dem »neuen« strategischen Angebot in verschiedenen Branchen etablieren und breit aufstellen. »Im Rückblick war unsere Entscheidung für diese strategische Ausrichtung genau das Richtige, um unser Unternehmen in die Erfolgsspur zurückzubringen«, ist sich Paul Ammann sicher. »Unsere Kunden schätzen den Mehrwert, den wir ihnen bieten, indem wir für ihre Werkstücke geeignete Bearbeitungsprozesse auf Basis unseres Equipments entwickeln. So sind wir in den letzten 15 Jahren von 22 auf über 50 Mitarbeiter gewachsen und befinden uns weiterhin in einer Expansionsphase.«
Um dem Mehr an Aufträgen gerecht zu werden, investiert das Unternehmen kontinuierlich in weitere Heckert Kompaktmaschinen. So ergänzt seit 2017 eine Heckert HEC 500 F den Maschinenpark, vor allem fürs Fräsen von Aluminiumlegierungen. Zur Schwerbearbeitung dienen die 2019 und 2020 gekauften Heckert HEC 500 Athletic.
»Diese hochpräzisen, kompakten Bearbeitungszentren sind für uns von zentraler Bedeutung«, betont Firmenchef Ammann. »Nicht nur, dass sie uns alle Anforderungen an die Qualität der Bauteile erfüllen lassen, sie verleihen uns auch eine hohe Flexibilität hinsichtlich der Werkstücke.« Schliesslich handelt es sich bei keinem Auftrag um Grossserienfertigung. »In unserer Nische bearbeiten wir eher kleine und mittelgrosse Losgrössen, die jedoch wiederkehren und insgesamt Projektlaufzeiten zwischen 5 und 20 Jahren oder noch länger haben.«
Das Nachfolgemodell der erfolgreichen Heckert HEC 500 bringt einige Verbesserungen und vielversprechende Optionen mit sich. Paul Ammann entschied sich zum Beispiel, die Heckert H75 mit einer vorbereitenden Kühlung im Rüstraum ausstatten zu lassen: »Da wir keine klimatisierte Halle besitzen, bringt uns das Spülen mit dem Kühlmittel enorme Vorteile. Auf diese Weise werden die Teile so temperiert, dass kaum Unterschiede zur Bearbeitungstemperatur bestehen und keine Spannungen im Bauteil auftreten.«
Dies kommt dem Produktionsteam vom ersten Tag an entgegen. Denn auf der Maschine werden grosse Getriebegehäuse aus Aluminium bearbeitet, für die der Kunde eng tolerierte Achsabstände vorgibt. Gerade Aluminium reagiert auf Temperaturunterschiede empfindlich. Jedes Grad bedeutet bei diesem Getriebegehäuse eine Ausdehnung von 0,02 mm. Begeistert zeigt sich Paul Ammann auch von der Spindel mit ihrem maximalen Drehmoment von 950 Nm und einer Drehzahl von bis zu 12.500 min-1. Damit eignet sich das BAZ gleichermassen zur Aluminium- und für die Schwerzerspanung, also für ein breites Bauteilspektrum.
Um die Flexibilität zu maximieren und die Rüstzeiten auf ein Minimum zu senken, wurde die Heckert H75 mit einem grossen Werkzeugspeicher ausgestattet. Das Turmmagazin bietet mit seinen vier gekoppelten Türmen einen Vorrat von knapp 400 Werkzeugen.
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