Tatra Trucks, der älteste Hersteller von Strassen- und Geländefahrzeugen und der zweitälteste Hersteller von Lastkraftwagen mit Verbrennungsmotor weltweit, bringt seine Motorenherstellung auf modernsten Stand. Eine Fertigungszelle mit drei Heckert HEC 800 Bearbeitungszentren, automatisiert durch ein Palettensystem, steigert die Effizienz und senkt den Platzbedarf auf fast ein Viertel.
Tatra, Automobilhersteller aus Kopřivnice, Tschechien, startete bereits 1850 mit der Produktion von Kutschen und stellt seit Ende des 19. Jahrhunderts Automobile her. Heute sind es vor allem die schweren Tatra Trucks, die durch ihre Geländegängigkeit, hohe Zuverlässigkeit und hervorragenden Nutzeigenschaften überzeugen – auch bei extremen Witterungsbedingungen wie Frost- und Wüstentemperaturen.
Zu den besonderen Merkmalen der Fahrzeuge gehört das Tatra-Konzept: ein Fahrgestell mit zentralem Tragrohr und einzeln aufgehängten Halbachsen, das es ermöglicht, eine beliebige Achsanzahl zu montieren, von 4 × 4 bis 12 × 12 und mehr. Auch die direkt luftgekühlten V8- und V12-Dieselmotoren der Baureihe Tatra T3 mit Kompressoraufladung und Ansaugluftkühler zählen zu den USPs. Produziert wird am Stammsitz im tschechischen Kopřivnice. Dort entsteht das komplette Fahrgestell für die T158 Phoenix-Fahrzeuge, die es mit verschiedenen Aufbauten wie Container, Betonmischer, Tanks und Spezialaufbauten gibt. Ausserdem werden Fahrzeuge der T815-7 Force Baureihe hergestellt, die sowohl in zivilen Versionen (z. B. als Feuerwehrfahrzeuge etc.) als auch in militärischen erhältlich sind. Technologieund Prozessmanager Martin Kappler erklärt: »Für unsere Fahrzeuge der Baureihe Force fertigen wir nahezu alle Komponenten selbst: das komplette Fahrgestell, die Kabine, Motor und Getriebe.« Zum Produktionsportfolio von Tatra gehört auch die Tactic-Baureihe mittlerer Fahrzeuge, die ausschliesslich für militärische Zwecke konzipiert ist.
Die Anfang 2025 gelieferte neue Heckert HEC 800 ist die Basis der inzwischen in Betrieb genommenen Fertigungszelle. Die Maschine verfügt über Sonderausstattung, darunter zum Beispiel ein auf 2.050 mm verlängerter Verfahrweg in der Z-Achse, eine NC-Achse in der Spindel zur Steuerung von Sonderwerkzeugen und ein Magazin für lange Werkzeuge bis 1.250 mm.
Prozessmanager Kappler erklärt: »Die Zelle übernimmt die Komplettbearbeitung unserer 8- und 12-Zylinder-Motorgehäuse und löst zunehmend die Transferlinie ab.« Die Rohlinge sind Gussteile aus Culegiertem GG20-Gusseisen mit Abmessungen von etwa 1.200 × 600 × 700 mm und einem Gewicht von rund 400 kg. Die Komplettbearbeitung erfolgt in vier Aufspannungen mit speziellen, von Starrag entwickelten und gefertigten hydraulischen Spannvorrichtungen. In einem zweiten Schritt wird die Fertigungszelle demnächst um eine identische Heckert HEC 800-Maschine erweitert. Und in einer dritten Ausbaustufe integriert Starrag die bereits installierte Heckert HEC 800, die derzeit noch die externe Vorbearbeitung der Gussrohlinge übernimmt.
Für die Automatisierung der Fertigungszelle sorgt ein flexibles Palettenspeichersystem, das aus einem Regal mit zwölf Palettenplätzen und einem Linearförderer besteht. Letzterer übernimmt den Palettentransport zwischen den Maschinen oder den Rüstplätzen der Maschinen. Auch das Palettenspeichersystem wird mit der wachsenden Maschinenanzahl weiter ausgebaut.
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