Hochsommerliche Temperaturen über 30 °C brachten die Teilnehmer der 26. Starrag Aerospace & Turbine Technology Days zunächst ins Schwitzen. Aber der Gastgeber war vorbereitet: Das große Veranstaltungszelt war klimatisiert, die Versorgung mit Wasser und anderen Erfrischungsgetränken auch in den Hallen des »Aerospace and Turbine Competence Center« gesichert, wo präsentierte Anlagen und Maschinen zusätzlichen Wärmeeintrag verursachten. Rund 250 Gäste durfte Martin Buyle begrüßen. »Ein neuer Rekord«, freut sich der CEO der Starrag-Gruppe. Darunter befanden sich knapp 170 Kunden aus 24 Nationen, außerdem potenzielle Kunden sowie Vertreter von Partnerunternehmen, die der exklusiven Einladung gefolgt waren. Alle namhaften Flugzeugbauer, OEMs, First-Tier-Zulieferer und Hersteller von Kraftwerksturbinen waren vertreten. »Kunden aus Amerika, Asien und Europa sind in die Schweiz nach Rorschacherberg gekommen, um an unserem Branchenevent teilzunehmen«, ergänzt Martin Buyles Vorstandskollege Alexander Attenberger, zuständig für den Starrag-Vertrieb.
Die Luft- und Raumfahrtindustrie befindet sich derzeit in einer Wachstumsphase, und sie wird in den kommenden Jahren weiterwachsen, da sind sich die Experten einig. Doch gerade weil die Auftragsbücher der großen Flugzeug- und Triebwerkshersteller gut gefüllt sind, geraten ihre Produktionsverantwortlichen und Zulieferer zunehmend unter Druck. Die Produktionsraten müssen steigen, die Lieferzeiten kürzer werden, und auch der Mangel an qualifizierten Fachkräften verlangt nach neuen Fertigungskonzepten. »Exakt hier setzen wir an«, sagt CEO Martin Buyle. »Wir bieten unseren Kunden keine Standardmaschinen, sondern genau die Fertigungslösungen, die sie jetzt benötigen. Hier am Stammsitz in Rorschacherberg, der ganz auf die Herstellung von komplexen Teilen für die Luft- und Raumfahrt sowie Gas- und Dampfturbinen spezialisiert ist, informieren wir die weltweite Branchenfamilie über neueste Entwicklungen und schaffen die Gelegenheit zu intensiven Gesprächen.«
Profitieren durften vor allem Planer, Fertigungsverantwortliche und Produktionsspezialisten, die vielfach vor der Anforderung stehen, den Übergang von einer eher handwerklich geprägten Einzelfertigung zur Serienproduktion zu bewältigen. Entsprechend bestimmten die Themen Automatisierung und Digitalisierung die gesamte Veranstaltung. Die Bedeutung von Digitalisierung und Automatisierung machte gleich zu Beginn Andreas Haimer, Präsident der HAIMER-Gruppe und Mitglied des Aufsichtsrates der Wintool AG, in seinem Gastvortrag klar: »Das sind heute keine Optionen mehr, sondern eine Notwendigkeit – insbesondere für Unternehmen, die auch künftig in Europa oder in Hochlohnländern wirtschaftlich produzieren möchten. Ziel muss es sein, Fertigungsprozesse zu standardisieren, zu digitalisieren und schrittweise zu automatisieren.
Sein Hauptaugenmerk galt der Werkstattebene: »CAM-System und NC-Programme arbeiten digital – das Werkzeugmanagement hingegen kaum. Genau diese Lücke schließen wir mit unserem Konzept des ›Tool Room of the Future‹.« Andreas Haimer meint damit einen durchgängigen Prozess von der Halterauswahl über die Lagerung, Montage und Bereitstellung der Werkzeuge bis hin zur Maschine. Die analogen Vorgänge werden parallel dazu digital abgebildet: von der Erstellung des digitalen Zwillings, die Rückübertragung der Daten ins CAM-System, die Bestandsverwaltung und Werkzeugvorbereitung bis zur Produktion. Der Benefit: vereinfachte Simulation, reduzierte Rüstzeiten und verbesserte Prozesssicherheit. Da bei Starrag ein solcher ›Tool Room of the Future‹ bereits Gegenwart ist, konnten sich die Teilnehmer die präsentierte Lösung vor Ort ansehen. Der zweite Gastredner ging noch einen Schritt weiter. Oliver Gassmann widmete seinen Vortrag den KI-Anwendungen in der Industrie. »Künstliche Intelligenz wird die prägende Technologie des kommenden Jahrzehnts sein«, ist der Professor für Technologiemanagement an der Universität St. Gallen (HSG) überzeugt. Er schreibt der KI ein großes Potenzial für sämtliche Produktionsunternehmen zu. Allerdings gab er zu bedenken: »Um den Nutzen zu generieren, müssen wir unsere Workflows und unsere Prozesse neu überdenken. Es genügt nicht, die neuesten KI-Tools zu kaufen. Unabdingbar ist, die Mitarbeiter zu schulen, damit sie die Systeme wirklich nutzen und ausschöpfen können.«
Vom theoretischen Input zurück in die Praxis. Starrag hatte 13 Stationen aufgebaut, die von den Teilnehmenden in kleinen Gruppen besucht wurden. »Keine Produktpräsentationen – unser Schwerpunkt liegt darauf, konkrete Lösungen zu präsentieren, die den Kunden einen echten Mehrwert bieten«, betont Alexander Fitz, Starrag-Verkaufsleiter Aerospace & Turbines. »Diese hatten wir gemeinsam mit bewährten, spezialisierten Technologiepartnern – mit Blum, Fanuc, Haimer, Heule, Hexagon, Liebherr, Schunk, Siemens und Vericut – geplant und ausgeführt.«
Jede Station beleuchtete eine bestimmte Anwendung oder Technologie, die für Starrag-Kunden besonders relevant ist. Dabei kam die große Vielfalt an Spezialkompetenzen zum Tragen, die in der Unternehmensgruppe vorhanden ist. Denn das Maschinenportfolio erstreckt sich insgesamt von kleinen Bearbeitungszentren wie dem Dreh-Fräszentrum Bumotec 191neo, das die Bearbeitung von Einspritzdüsen in höchster Präzision und ohne Bedienereingriff demonstriert hat, bis zu den riesigen Bearbeitungszentren der FOGS-Serie von Droop+Rein, auf denen unter anderem Landebeine produziert werden. Strukturbauteile aus Aluminium und Titan, Casings, Turbinenschaufeln und Blisks sind die Fokusteile, für die Starrag-Maschinen prädestiniert sind.
Jede Station beleuchtete eine bestimmte Anwendung oder Technologie, die für Starrag-Kunden besonders relevant ist. Dabei kam die große Vielfalt an Spezialkompetenzen zum Tragen, die in der Unternehmensgruppe vorhanden ist. Denn das Maschinenportfolio erstreckt sich insgesamt von kleinen Bearbeitungszentren wie dem Dreh-Fräszentrum Bumotec 191neo, das die Bearbeitung von Einspritzdüsen in höchster Präzision und ohne Bedienereingriff demonstriert hat, bis zu den riesigen Bearbeitungszentren der FOGS-Serie von Droop+Rein, auf denen unter anderem Landebeine produziert Auf großes Interesse stieß das Thema ›Automatisierung großer Werkzeugmaschinen‹. Denn sie stellt spezielle Anforderungen an die eingesetzte Fördertechnik, an Paletten, Spannsysteme und Messtechnik. Ein bemerkenswertes Projekt realisiert Starrag gerade in den USA zusammen mit Liebherr Automationssysteme: ein Flexibles Fertigungssystem zur Überholung von Triebwerksteilen. Es umfasst elf Starrag-Maschinen. Darunter sind Berthiez-Maschinen VT 20 und RVU 1350 zum vertikalen Drehen und Schleifen sowie fünfachsige Heckert-Bearbeitungszentren X90 MT und große Starrag-Bearbeitungszentren STC 1250 MT. Ein Highlight sind die von Starrag gelieferten 64 Paletten, die auf allen vier Maschinentypen eingesetzt werden. Das Fazit eines Teilnehmers: »Die Starrag Technology Days sind eine hervorragende Gelegenheit, neue Entwicklungen kennenzulernen und Impulse für die eigene Produktion mitzunehmen. Besonders beeindruckend finde ich die konsequente Integration kompletter Fertigungsprozesse – von der Bearbeitung über nachgelagerte Prozesse bis hin zur Automatisierung. Ich nehme zahlreiche Ideen mit in unser Unternehmen, die uns helfen werden, die Prozesse zu verbessern und unseren Kunden letztlich ein noch besseres Produkt zu liefern. Ein Dankeschön an die großartige Organisation der Veranstaltung, die nicht nur die heißen Temperaturen erträglich machte, sondern auch immer Freiräume für interessante Gespräche mit Kollegen aus anderen Ländern ließ.«
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